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impressum kritisiert Verlegerverband

30.08.2016 |  Von  |  News
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impressum kritisiert Verlegerverband
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impressum – Die Schweizer Journalistinnen nimmt Stellung zum Beschluss des Verlegerverbandes vom vergangenen Mittwoch. Dieser hatte mitgeteilt, sich nicht mehr finanziell am Schweizer Presserat beteiligen zu wollen. Der Presserat hat als Organ die Aufgabe, medienethische Klage zu prüfen und wird von impressum mitfinanziert. Die Entscheidung ist für impressum nicht nachvollziehbar, da sie einseitig getroffen worden sei. Zudem verstosse sie gegen vertragliche Pflichten der Verleger.

Die Verleger streichen dem Schweizer Presserat die Gelder. Hanspeter Lebrument, Präsident des Deutschschweizer Verlegerverbandes VSM, hat am Freitag 26. August bestätigt, dass der VSM während den kommenden drei Jahren keine Beiträge mehr zahlen wird. Angeführt hat er wirtschaftliche Gründe, darunter den Ausstieg von Ringier aus dem Verband, der ein Sinken der Einkünfte nach sich gezogen hat.

Kein Geld für Medienethik?

Diese Entscheidung bringt das Organ, dessen Aufgabe es ist, medienethische Klagen zu prüfen, in eine gefährliche Situation. „Mit diesem Schritt schwächen die Verleger die Glaubwürdigkeit ihrer Medienprodukte“, schreibt der Schweizer Presserat in seiner Medienmitteilung von letzter Woche. Für Christian Campiche, den Präsidenten von impressum und zudem Mitglied des Stiftungsrats des Presserats, ist dieser Entscheid „unverständlich, beunruhigend und sogar unerhört“.

Urs Thalmann, Geschäftsführer von impressum und ebenfalls Stiftungsratsmitglied, bekräftigt: „CHF 36‘000 für die Ethik soll zu teuer sein für Medienunternehmen, von denen einige Gewinne im Umfang von Hunderten von Millionen machen? Dieser Entscheid ist grotesk! Vor allem, weil von Seiten der Medienunternehmen die SRG sowie Ringier den Schweizer Presserat weiterhin mitfinanzieren werden.“

Bis anhin haben die Verleger CHF 36‘000 pro Jahr bezahlt. impressum, an der Seite der Gewerkschaften SSM und syndicom leisten jährlich einen Beitrag von CHF 96‘000, die Konferenz der Chefredaktoren trägt CHF 36‘000 bei, ebenso viel die SRG. In einer angespannten Lage, in welcher die Werbung immer mehr Druck auf die redaktionellen Inhalte ausübt, und in der der Medienwandel ständig neue medienethische Fragen entstehen lässt, benötigen die Schweizer Medien mehr denn je ein solches Organ, welches ihnen hilft, den Fokus im 21. Jahrhundert richtig zu setzen.

Die Verleger haben sich vertraglich verpflichtet, sich mit CHF 36‘000 an der Finanzierung des Schweizer Presserats zu beteiligen. impressum ersucht die Verleger, ihre Verpflichtung einzuhalten.

Entscheid rückgängig machen

impressum schliesst sich dem Presserat an und fordert die Verleger auf, auf ihren Entscheid zurückzukommen oder zumindest ihre Mitglieder zu ersuchen, den Schweizer Presserat einzeln zu unterstützen.

Der Verband Schweizer Medien / Médias Suisses / Stampa Svizzera wurde im Jahr 2008 Stiftungsratsmitglied des Schweizer Presserats. Er ist mit drei Sitzen vertreten, je einem für die Deutschschweiz, die Romandie und das Tessin.

Der Rückzug von Schweizer Medien bringt das bereits schwache finanzielle Gleichgewicht des Schweizer Presserats ins Schwanken. impressum, dessen Existenzberechtigung u.a. in der Respektierung der Berufsregeln sowie der Ethik des Journalismus besteht, fordert den Verband Schweizer Medien deshalb auf, diesen unsinnigen Entscheid nochmals zu überdenken.

 

Artikel von: impressum – Die Schweizer Journalistinnen
Artikelbild: © Billion Photos – shutterstock.com



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