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Rüffel: „Aargauer Zeitung“ bezeichnet WTO-Generaldirektorin als „diese Grossmutter“

17.08.2021 |  Von  |  News

Wenn eine 66-jährige hoch qualifizierte Frau im Titel eines Berichts nur mit „Diese Grossmutter“ charakterisiert wird, ist dies diskriminierend. Das Gleiche würde von einem Mann in gleichen Verhältnissen nicht geschrieben.

Die „Aargauer Zeitung“ betitelte einen Beitrag über die Ernennung der neuen WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala so: „Diese Grossmutter wird neue Chefin der Welthandelsorganisation“. Untertitel: „Die Nigerianerin Ngozi Okonjo-Iweala hat riesige Probleme zu bewältigen. Mindestens kommunikativ wird sie das problemlos meistern“.

Im Text wird korrekt erwähnt, dass die Nigerianerin eine Ausbildung an der renommierten Harvard-Universität absolviert hat und dass sie Finanz- und Aussenministerin von Nigeria war. Ebenso , dass sie jüngst in den Verwaltungsrat von „Twitter“ berufen worden sei.

Der Presserat befand, dass zwar nicht klar sei, ob die Reduzierung auf „Grossmutter“ in der Schlagzeile in einem diskriminierenden Zusammenhang mit ihrer Hautfarbe zu sehen ist. Klar sei aber, dass bei einem männlichen 66-jährigen ehemaligen Finanz- und Aussenminister eines 200-Millionen-Volkes die gleiche Schlagzeile: „Grossvater wird WTO-Generaldirektor“ nicht vorstellbar wäre. Deshalb bewertet der Rat die Schlagzeile als diskriminierend aufgrund des Geschlechts.

 

Quelle: Schweizer Presserat
Titelbild: Ngozi Okonjo-Iweala © Debby Wong

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