Game-Streaming als grosser Trend der Spielebranche

Der Spielemarkt ist in Deutschland zu einer gigantischen Branche geworden. Im letzten Jahr wurden mit Hardware, Spielen, Abonnements und In-Game-Käufen fast 10 Milliarden Euro umgesetzt. Dabei kristallisieren sich immer wieder neue Trends heraus, die die Art, wie gespielt wird, revolutionieren.

Derzeit scheint sich Game-Streaming durchzusetzen und es damit anderen Unterhaltungsformen gleichzutun. Bei Filmen und Serien sind Streaming-Anbieter wie Netflix bereits zum Standard geworden, selbst unter Lesern wird vermehrt auf Streaming-Dienste für Bücher gesetzt. Nun wollen auch viele Gamer nicht mehr einzelne Spiele kaufen und herunterladen, sondern mit Abos auf grosse Bibliotheken zugreifen und verschiedene Titel streamen. Wir sehen uns den Trend genauer an!

Cloud Gaming: Spielen am externen Server

Beim Game-Streaming werden Spiele nicht auf dem eigenen Rechner ausgeführt, sondern auf externen Servern ausgelagert. Ähnlich wie beim Streamen von Filmen und Serien muss also nicht der gesamte Titel heruntergeladen werden, sondern kann direkt gestartet werden. Bei Spielen hat dies einen zusätzlichen Vorteil, denn viele Titel benötigen gewisse Mindestanforderungen bei der Hardware, über die kleine Notebooks oder mobile Geräte nicht verfügen. Um die Spiele trotzdem nutzen zu können, werden sie deshalb extern ausgeführt, beim Spieler kommen dann nur noch Bild und Ton an.

Das bedeutet für User, dass sie keinen Speicherplatz verbrauchen und sich keinen starken Gamer-PC oder dergleichen zulegen müssen. Wichtig ist jedoch eine stabile, schnelle Internetverbindung, sonst kann es beim Streamen immer wieder zu Verzögerungen kommen, die den Spielverlauf stören. Auf welchen Geräten die Titel gestreamt werden können, hängt ganz vom Anbieter ab. Einige ermöglichen es sogar, dass PC- und Konsolenspiele damit auf Smartphones und Tablets verfügbar werden.


Game-Streaming als neuer Trend (Bild: Zoa.Arts – shutterstock.com)

Von Streaming bis Browsergames: Spielen ohne Download

Spielen ohne Download bringt viele Vorteile und ist in anderen Bereichen des Gaming-Marktes bereits absoluter Standard. Schon seit Jahren zeigt sich der Trend in verschiedenen Sektoren, so etwa bei Browsergames und im iGaming-Bereich. Ein Beispiel dafür sind spezialisierte Casino – Plattformen, die einen breiten Katalog an verschieden designten Spielautomaten zur Verfügung stellen, ohne einen Download vorauszusetzen.

Die simplen Games werden mit unterschiedlichen Themen und Designs ausgestattet, um eine Vielzahl an Interessen und Vorlieben abzudecken. Von Slots im Retro-Look, über virtuelle Piratenschiffe bis hin zu Games im sagenumwobenen Land El Dorado ist alles mit dabei. Dazu wächst die Auswahl der Online-Spiele ungemein: Während man früher hauptsächlich Minigames im Browser gefunden hat, können mittlerweile auch actionreiche MMORPGs wie Drakensang Online genutzt werden, die eine komplexe Welt offenbaren. Ein weiterer Vorteil: All diese Titel können mit dem eigenen Account auf unterschiedlichen Geräten ausgeführt werden. Damit wird das Lieblingsspiel unterwegs einfach am Smartphone genossen.

Der grosse Spielekatalog: Abwechslung kommt gut an

Beim Game-Streaming gibt es unterschiedliche Konzepte: Bei den meisten kann man wählen, ob man einzelne Spiele zum regulären Preis kaufen oder ein Abonnement abschliessen und auf eine grosse Auswahl an Titel zugreifen möchte. Vergleichbar ist das mit dem Streaming-Anbieter Amazon Prime, bei dem Käufer entweder auf einzelne Filme zugreifen oder mit einer monatlichen Gebühr einen ganzen Katalog erhalten. Das Abo-Prinzip kommt bei Gamern gut an. Von 2019 auf 2020 machte dieser Teil der Spielebranche einen enormen Wachstumssprung von 50%, von 2020 auf 2021 waren es zwar nur noch 4%, allerdings wurde mit den Gebühren im letzten Jahr ein Umsatz von 720 Millionen Euro gemacht.

Anbieter gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, zu den grossen zählen der Xbox Game Pass, EA Play, Ubisoft+ und Apple Arcade. Besonders lohnen sich die Abos für jene Spieler, die zwischen unterschiedlichen Titeln wechseln und Spiele erst einmal ausprobieren möchten, bevor sie sich ganz einem davon widmen. Dazu kann es sich preislich für jene lohnen, die sehr viel spielen und immer die neuesten Titel ausprobieren wollen. Die monatlichen Abo-Gebühren fangen je nach Anbieter und Art des Abonnements bei etwa 4 Euro an und können durchschnittlich bis 20 Euro kosten. Wie viele Spiele jeden Monat enthalten sind, ist dabei ganz unterschiedlich.

Game-Streaming ist derzeit einer der grossen Gewinner am Spielemarkt. Während Hardware-Käufe im letzten Jahr minimal zurückgegangen sind, nutzen viele Spieler die Möglichkeit, ihre Spiele extern auszuführen und auf den eigenen Bildschirm streamen zu lassen. Viele der Anbieter kombinieren diese Form des Spielens mit Abonnements, bei denen User auf einen breitgefächerten Spielekatalog zugreifen können.

 

Titelbild: Gorodenkoff – shutterstock.com

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