Die wichtigsten Fakten zu Online Casinos in der Schweiz

Mit einem Volksentscheid hatten die Schweizer im Jahr 2018 einem neuen Geldspielgesetz für die Schweiz zugestimmt.

Nach dem Inkrafttreten in 2019 dürfen in der Schweiz nur Online Casino betrieben werden, wenn der Betreiber selbst seinen Wohnsitz in der Schweiz hat und über eine gültige Lizenz der Eidgenössischen Eidgenössischen Spielbankenkommission ESBK verfügen. Ausländischen Anbietern ist es untersagt, Online-Glücksspiel in der Schweiz anzubieten. Das Gleiche gilt auch für Online-Lotterien und Online-Sportwettenanbieter.

Die ESBK ist berechtigt, für ausländische Anbieter Zugangssperren im Netz einzurichten, was auch umgesetzt wird. Bislang wurden schon mehrere hundert Webseiten von ausländischen Casinobetreibern gesperrt. Darunter befinden sich auch eine Reihe von in der Europäischen Union lizenzierten Online Casinos, die etwa mit einer Genehmigung aus Malta operieren. Während mit einer solchen Lizenz das Angebot eines Online Casinos wegen der europäischen Gewerbe- und Dienstleistungsfreiheit der gesamten in allen EU-Ländern ausgerollt werden kann, gilt das jedoch nicht für die Schweiz, da diese kein EU-Mitglied ist.

A- und B-Konzession

Bislang wurden 21 Lizenzen durch die ESBK vergeben, wovon 8 über eine sogenannte A-Konzession und 13 über eine B-Konzession verfügen. Bei schweizercasinosonline.com findet sich eine Übersicht mit den besten Schweizer Online Casinos, die über eine Lizenz verfügen. Der wesentliche Unterschied zwischen der A- und B-Konzession ist, dass Online Casinos mit einer B-Konzession nur Spiele mit einem maximalen Einsatz von 25 Euro anbieten dürfen und eine kantonale Abgabe auf die Bruttospielerträge von bis zu 40 % erhoben werden kann.

Sozialschutz und Massnahmen gegen Spielsucht

Um eine Lizenz für den Betrieb eines Online Casinos in der Schweiz zu erhalten, müssen die Anbieter über ein Sozialkonzept verfügen und haben darin darlegen, welche Massnahmen sie zum Schutz der Spielerinnen und Spieler vorsehen. Zu den Massnahmen gehören zum Beispiel Informationen für die Spieler über die Risiken des Glücksspiels, die Früherkennung von problematischem Spielverhalten, Möglichkeiten der Selbstkontrolle für die Spieler und Spielbeschränkungen. Ausserdem müssen die Casinobetreiber ihr Personal nachweislich zum Sozialschutz ausbilden und regelmässig weiterbilden.

Information der Spieler

So sind die Online Spielbanken in der Schweiz sind zum Beispiel verpflichtet, den Kunden Informationsmaterial zu den Risiken des Spiels auszuhändigen, das auch einen Selbsterhebungsbogen zur Prüfung des eigenen Spielverhaltens sowie Möglichkeiten für Selbstkontrollen, Spielbeschränkungen und Spielsperren beinhaltet. Weiterhin muss über Angebote zur Unterstützung und Behandlung von süchtigen, verschuldeten oder suchtgefährdeten Personen informiert und Adressen von Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen übermittelt werden.

Spielsperren

Ferner sind die Online Casinos in der Schweiz verpflichtet, eine Spielsperre für Spieler auszusprechen, wenn sie Informationen darüber haben, dass ein Spieler überschuldet ist oder ein Spieler augenscheinlich Einsätze in den Spielen macht, die in keinem Verhältnis zu seinem Einkommen stehen. Auch aufgrund einer Meldung einer Fachstelle oder Sozialbehörde müssen Sperren eingerichtet werden, wenn anzunehmen ist, dass ein Spieler spielsüchtig ist. Bis zum Ende des Jahres 2020 wurden bereits über 70.000 Spielsperren verhängt.

Die Spieler müssen darüber selbst auch die Möglichkeit haben, für sich eine Spielsperre einzurichten, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Spielverhalten möglicherweise problematisch ist.

Früherkennung von problematischem Spielverhalten

Hinsichtlich der Früherkennung von problematischem Spielverhalten müssen die Online Casinos Kriterien für die Früherkennung von Spielsucht gefährdeten Spielern festlegen. Stellt sich heraus, dass eines der Kriterien vorliegt, muss das Personal des Online Casinos abklären, ob sich der Spieler sein Spielverhalten leisten kann. Dazu dürfen Informationen zur persönlichen, beruflichen und finanziellen Situation der Person erhoben und Belege über die Einkommens- und Vermögenssituation des Spielers verlangen.

Falls angenommen werden muss, dass sich ein Spieler sich das Spielverhalten nicht leisten kann, muss zwingend eine Spielsperre ausgesprochen werden. Das Gleiche gilt, wenn ein Spieler die verlangten Unterlagen nicht vollständig oder nicht fristgerecht einreicht und das Online Casino somit nicht in der Lage ist, einen vorliegenden Verdacht zu entkräften.

Kritik an den Regelungen

Bereits mit der Verabschiedung des Schweizer Glücksspielgesetzes kam lautstarke Kritik an den Regelungen auf. Diese betreffen zum einen den Datenschutz und zum anderen die Netzsperren für ausländische Webseiten. Manche sagen, dass es sich dabei um den Einstieg in eine staatliche Zensur handelt. Diese könne irgendwann auch auf weitere Lebensbereiche ausgedehnt werden. Ähnliche Diskussionen gibt es übrigens auch in Deutschland seit dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrages. Hier müssen Spieler beispielsweise in einer zentralen Datei gespeichert werden, wenn ihr Spielverhalten auf Spielsucht hindeutet.

 

Titelbild: Marko Aliaksandr – shutterstock.com

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