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impressum: Tamedia muss journalistische Vielfalt erhalten

29.08.2017 |  Von  |  News
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impressum: Tamedia muss journalistische Vielfalt erhalten
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impressum erwartet eine nachhaltige Strategie für vielfältigen Journalismus. Tamedia steht in der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.

impressum, die grösste Schweizer Organisation von Journalistinnen und Journalisten, fordert von Tamedia eine Strategie, die in Zukunft nicht nur Gewinne, sondern auch die Vielfalt des Journalismus sichert. Die „Quersubventionierung“ innerhalb des Konzerns darf kein Tabu sein. Ergänzend ist auch eine Stützung durch neue Finanzquellen realistisch.

Das heute von Tamedia vorgestellte Halbjahresergebnis zeigt ein stabil positives Unternehmensergebnis bei rückläufigen Werbeeinnahmen aus den gedruckten Medien. Doch die durch den Tamedia-Verwaltungsrat beschlossenen Einheitsredaktionen werden den Journalismus nicht retten, sondern ausdünnen.

Redaktionelle Vielfalt bewahren

Urs Thalmann, Geschäftsführer von impressum, führt aus: „Medienunternehmen geniessen Privilegien wie reduzierte Steuersätze oder die Pressefreiheit. Damit erwirtschaften sie jährlich riesige Gewinne. Privilegien ziehen Verantwortungen nach sich. Tamedia muss die redaktionelle Vielfalt für die kleinräumige direkte Schweizer Demokratie erhalten.  Mit Einheitsredaktionen verödet Tamedia den Journalismus aber, statt ihn zu stärken.“

Der Ersatz der lokalen und regionalen Zeitungsredaktionen durch schweizweit nur zwei sprachregionale Redaktionen, ergänzt durch Kompetenzzentren, zieht zwar gemäss Tamedia keinen unmittelbaren Personalabbau nach sich. Doch das Ziel der Übung sind Einsparungen. Die Rede ist von 30% über die nächsten Jahre. Eine einschneidende Einschränkung der Informationsvielfalt wird sich unter diesen Prämissen nicht vermeiden lassen.

Journalismus entwickeln und finanzieren

impressum hält die Sparstrategie aber für einen fundamental falschen Ansatz. Denn Tamedia steht in der Verantwortung, den regional und lokal verankerten, vielfältigen Journalismus zu erhalten. Und das wäre auch möglich, wenn die Unternehmensführung das so wollte. Denn zunächst ist die Trennung der Geschäftsfelder „Publizistik“ und „Digital“ nicht vorgeschrieben, sondern sie beruht nur auf einem Unternehmensentscheid, den die Führung auch abändern kann.

Das Tabu der „Quersubventionierung“ zwischen diesen Geschäftsfeldern ist konstruiert, um die Gewinnoptimierung zu rechtfertigen. Und zweitens ist eine ergänzende Finanzierung durch neue Quellen ebenfalls möglich. Projekte wie „Republik“ oder „Bon pour la tête“ zeigen solche neuen Wege auf. Ausserdem fordert impressum seit Jahren eine offene Haltung der privaten Medienunternehmen wie Tamedia gegenüber der öffentlichen Journalismusförderung (direkte Presseförderung).

 

Quelle: impressum – die Schweizer JournalistInnen
Artikelbild: Symbolbild © wavebreakmedia – shutterstock.com

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